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ZOMBIES AUF MALLORCA - Outtakes: Nestflüchter

Inhalt: Henner Montecarlo, Chef der Produktionsfirma "Teleprompt Montecarlo" schickt sein bestes TV-Team auf die Sonneninsel Mallorca, um einen Pilotfilm für eine innovative, noch nie dagewesene Auswanderer-Doku zu drehen. Mittelprächtig motiviert steigen Produzentin Lisbeth Tengelmann, Kameramann Reiner Pornstengel, Tonmann Riefer Schulz und Praktikantin Doreen Brscinski in den Billigflieger und landen unversehrt inmitten des alljährlichen Touristentrubels. Kurz darauf bricht die verheerende Seuche aus und das TV-Team gerät unversehens in Lebensgefahr, genau wie Pascha Daubner, der Besitzer der berühmt-berüchtigten "Bierhöhle" und sein bester Ballermann-Barde im Stall, Peter Pampig … :-D

Kurzgeschichte, Umfang basierend auf dem späteren Druck innerhalb eines Taschenbuchs: ca. 83 Seiten.

Klassischer Zombie-Horror, gepaart mit einem guten Schuss schwarzem Humor! E-Book erhältlich bei Amazon inkl. Kindle Unlimited.

Leseprobe: 

In dem Raum war es stockdunkel, stickig und beengt. Leichter Schimmelgeruch hing in der Luft. Von draußen stießen, rumpelten, kratzten und pochten die Dinger unablässig gegen die Tür.

»Verdammt!«, murmelte Reiner Pornstengel und dachte gleichzeitig: Es hat alles so gut angefangen. Und mit Lisbeth ist es besser gelaufen als jemals zuvor. Aber jetzt? Gerade mal Tag 2 und schon stecken wir bis zum Hals in der Scheiße!

Ein mehrmaliges Klicken ertönte, dann erklärte Riefer Schulz keuchend: »Birne kaputt. Mist!«

Reiner schnaufte und ballte die Fäuste, bevor er barsch hinzufügte: »Super! Kann mal wer mit seinem Handy leuchten? Ich würd mich gern davon überzeugen, dass keiner von denen hier drin ist.«

»Quatsch. Es war von außen abgeschlossen. Wie soll das gehen?«, antwortete Lisbeth Tengelmann in schrillem Tonfall..

»Weiß ich auch nicht, aber du hast doch gesehen, was das für Monster sind …«

»Lisbeth hat recht! Wenn hier einer von den Verrückten wäre, hätte er uns längst angegriffen«, erklärte Riefer im Brustton der Überzeugung.

»Ach, seit wann bis du denn ein Experte in Sachen … ja, für was eigentlich … Irresein?«, ätzte Reiner und starrte ängstlich in die Finsternis.

»Keine Ahnung, warum die aufgestanden sind! Die waren mausetot, das weißt du genauso gut wie ich! Das haben wir alle gesehen ...«, Riefer schluckte so laut, dass jeder der Anwesenden es hören konnte und fügte deprimiert hinzu: »Leute … ich komme mir vor wie in einem elenden Zombiefilm … ihr wisst schon, wenn so eine Seuche ausbricht.«

Ein erschrockener Laut ertönte. »Oh Gott.«

»Was ist?«

»Meinst du, wir sind auch infiziert?« Lisbeths Stimme zitterte.

»Hör mit dem Unsinn auf«, brummte Reiner Pornstengel. »Es muss eine andere Erklärung geben. Und jetzt macht doch endlich mal Licht.«

»Licht, Licht, Licht! Ich hab mein Handy im Hotel liegen lassen«, brummte Riefer. »Und warum machst du eigentlich kein Licht?«

»Akku leer«, erwiderte Reiner gereizt. »Verdammich! Was ist, wenn doch einer von denen hier drin ist?«

»Wie lange die Tür wohl noch hält?«, fragte Lisbeth Tengelmann bang.

»Lissy, mach du bitte mal Licht«, forderte Reiner nun und bemühte sich um einen sanfteren Tonfall.

»Nein, ich muss den Akku schonen. Holdi ruft bestimmt in einer Minute an.«

»Mensch, Mädel. Ich meine nicht die Taschenlampe, der Bildschirm genügt fürs erste.«

»Ach so, ja. Moment«, entgegnete Lisbeth und gleich darauf glühte ihr Gesicht in einem düsteren Blau. »Besser?«

Reiner atmete auf. »Besser.« Naja, wirklich besser ist was anderes ...

Lisbeth schwenkte das Smartphone langsam hin und her. Der schwache Lichtschein fiel nacheinander auf eine dunkle Plüschcouch, eine altmodische Kommode, ein breites, mit Kissen überhäuftes Bett und eine seltsame Schaukel, die an der Decke befestigt daneben hing und fast bis auf den Boden reichte.

»Autsch! Unglaublich«, murmelte Riefer grübelnd. »Aber der Spaß ist jetzt erstmal vorbei ...«

»Mein Gott, der arme Möller«, schnaufte Lisbeth.

»Hat er etwa weiter mit den anderen Gästen gegen diese Irren gekämpft? Ich hätte schwören können, er wäre genau hinter uns«, erwiderte Riefer. »Vielleicht holt er Hilfe.«

Jaja, klar, red du nur. Der Saftsack ist inzwischen abgehauen, da bin ich mir ziemlich sicher! Reiner massierte seine Nasenwurzel, holte tief Luft und wandte sich erneut an Lisbeth: »Kannst du JETZT bitte endlich mal den Notruf wählen? Diesmal geht bestimmt jemand ran.« Gleichzeitig begann er, die Tür zu untersuchen, um nach wenigen Augenblicken mit bleichem Gesicht zurückzuweichen. »Bald werden die Knilche durchbrechen.«

Für einen Moment hielten alle drei den Atem an und lauschten auf das ungeduldige Keuchen und das Kratzen von Fingernägeln an der Außenseite des Türblattes.

»Meint ihr, die anderen Gäste sind jetzt auch … ehm ... also ich meine … Zombies?« Lisbeths Stimme zitterte.

»Gut möglich«, knurrte Reiner, »und wenn wir nicht aufpassen, brechen sie irgendwann durch.«

»Da durch? Sieht doch massiv aus«, entgegnete Riefer.

»Massiv? Spanische Türen sind in der Regel innen hohl. Wir sollten die Kommode vorrücken. Los, pack mal mit an.«

»Die Notrufnummer ist immer noch besetzt«, erklärte Lisbeth tonlos. Sie stockte, dann flüsterte sie: »Holdi muss uns helfen. Ich ruf ihn an.«

»Das ist eine verdammt gute Idee. Mach aber schnell«, forderte Reiner, während er und Riefer eine Art Möbelrücken veranstalteten.

Die Produzentin tippte mit fliegenden Fingern auf dem Touchscreen herum und gleich darauf hörte sie es klingeln.

»Still, seid mal leise! Geh ran, geh doch ran!«, murmelte sie nervös.

Reiner ließ die Kommode los und dachte wehmütig an ihre Ankunft auf der Baleareninsel. Wie schön und unkompliziert alles angefangen hatte. Fast wie im Urlaub, und die leicht bekleideten Girls überall ... ein Traum. Aber von einem Tag auf den anderen, waren sie in einem realen Albtraum gelandet.

Scheiße.