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ZOMBIES AUF MALLORCA, Teil 3: Flucht aus Arenal

 

 

Inhalt:

 

Mallorca befindet sich weiter im Würgegriff der lebenden Toten. Während das unbekannte Virus die Insel mehr und mehr im Chaos versinken lässt, warten schwere Entscheidungen und dramatische Kämpfe auf Harro, Schrippe, Lisa, Tank, Jürgen und Co..

Leseprobe:

 

Jürgen schlug und trat in Panik um sich. Er versuchte zu schreien, doch er schluckte nur große Mengen des ekligen, brackigen Wassers. Grüne Algenschlieren und kleinste Schmutzpartikel schwebten in der Brühe und schränkten die Sicht auf wenige Zentimeter ein. Die Sonne stand wie ein schmutziger gelber Ball am Himmel. In der ihn umgebenden Tiefe verloren sich ihre Kraft und ihr Licht. Der Schmutzfilm schwächte das Zentralgestirn zu einer unbedeutenden Funzel ab.

Jürgen geriet mehr und mehr in Panik. Luft. Beide Lungenflügel schienen zu zerplatzen. Luft! Er paddelte wie wild und trat mit den Beinen Wasser. Dann endlich durchstieß er den grässlichen Algenfilm und gelangte ins Freie. Keuchend und hustend hielt er sich über der Wasseroberfläche. »Was für eine Scheiße!«, schrie er schließlich und spuckte einen Rest Brackwasser aus dem Mund. Es schmeckte wie Gülle. Heftig schüttelte er den Kopf, um den widerlichen Schleim loszuwerden, der seine Haare und das Gesicht überzog. »Igitt!« Jürgens Blick schweifte hektisch umher. Der Beckenrand lag nicht besonders weit entfernt. Mit ein paar kräftigen Schwimmstößen gut zu erreichen.Vom benachbarten Gehweg ertönte vielfaches Stöhnen und Ächzen.

»Arschlöcher!«, keifte Jürgen in Richtung Zaun und schwamm unbeholfen los. Er wollte so schnell wie möglich aus dem Pool heraus und verschwinden. Plötzlich packte etwas nach seinem Knöchel. Jürgen erschrak zu Tode und brüllte wie am Spieß. Die Hand zerrte ihn brutal unter Wasser und sein Entsetzensschrei wurde in der schmutzigen Soße gurgelnd erstickt. Er spuckte und würgte. In wilder Panik trat und schlug er um sich, doch die kräftigen Finger ließen nicht von ihm ab.

Luft, schrie er lautlos. Seine Augen wollten aus den Höhlen quellen. Er stieß weiterhin nach dem Angreifer, dann sah er, wie ein Schemen aus der Trübnis näher kam. Durch die schlechten Sichtverhältnisse unter Wasser wirkte der Gegner wie ein Geist, dessen Konturen mal mehr, mal weniger deutlich zu erkennen waren. Breiiger Schlick, den Jürgen mit seinem Gezappel vom Boden aufwirbelte, vermischte sich mit den Algenfäden und verwandelten die Gestalt vollends in eine Schimäre, die direkt aus der Hölle zu stammen schien. Die Augen des Monsters blitzten kurz auf. Etwas klinkte in Jürgen aus, er zog den freien Fuß zurück und stieß hart gegen den Kopf der Kreatur. Er spürte, wie die Sohle des Sneakers auf weiches Fleisch und Knochen traf. Schlamm, Algen und andere ekelerregende Schwebteile verwirbelten zu einer Mischung, die die Sicht mehr und mehr einschränkte. Er trat nach und da, endlich, ließ ihn die Hand frei. Luft! Seine Gedanken drehten sich nur noch ums Atemholen. Der Weg zur Oberfläche kam ihm endlos vor. Er schien aus dem Marianengraben aufzusteigen und die Dunkelheit der Tiefe wollte einfach nicht enden. Doch dann wurde das fahle Rund der Sonne mit einem Mal immer kräftiger und strahlender. Schreiend durchstieß er die Wasseroberfläche und paddelte keuchend an den Beckenrand. Tränen der Freude vermischten sich mit dem widerwärtigen Poolwasser. Mit letzter Kraft kletterte er aus der Dreckbrühe und stolperte völlig aufgelöst Richtung Terrasse, um so weit wie möglich vom Ort des Grauens zu fliehen. Eine hohe Steinsäule stoppte schließlich die wilde Flucht. Jürgens krachte mit dem Kopf voran gegen deren Mittelteil. Übergangslos schlug die Schwärze zu, sein Bewusstsein hauchte Danke und verduftete.