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ZOMBIES AUF MALLORCA, Teil 2: Der Weg ist das Ziel

Inhalt:

 

Die Mutter aller Partyinseln im Würgegriff der lebenden Toten! Die mysteriöse Zombiekalpyse greift rasend schnell um sich! Im zweiten Teil von "ZOMBIES AUF MALLORCA" gibt es ein Wiedersehen mit Harro, Dralle, Schrippe und Tank, den alten Freunden, die eigentlich nur einen fröhlichen Kurztrip absolvieren wollten, aber nun vor ungeahnten Herausforderungen stehen. Doch auch weitere Protagonisten kämpfen ums nackte Überleben, allen voran Jürgen, der auf Mallorca zuhause ist, und unversehens in einen Strudel grauenvoller Ereignisse katapultiert wird ... .

Leseprobe: 

Mit leicht schaukelnden Armen wankte ich die Straße hinunter, hin und wieder heiser stöhnend. Dabei folgte ich langsam einer kleinen Gruppe von untoten Kollegen. Die wussten schließlich, wo es was zu futtern gab.

Ich empfand eine angenehme Vorfreude bei dem Gedanken an meine erste Mahlzeit, bestehend aus frischem Fleisch und warmen Blut. Gleichzeitig breitete sich in meiner Magengegend ein kribbelndes Gefühl aus. Seltsam, dass man im Zustand der beginnenden Verwesung noch Hunger verspürte. Egal! Unbeholfen tappte ich weiter. So sehr ich auch versuchte, einen eleganteren Gang anzustimmen - mehr als eine Art erbärmliches Gewackel kam kaum dabei heraus. Die Muskeln in den Beinen reagierten irgendwie anders, als ich es wollte. Manch einer der Zombie-Brüder und Schwestern taumelte einen Tick schneller und schob sich rüde und fauchend an mir vorbei. Aus Solidarität ächzte und stöhnte ich zurück, fuhr gelegentlich die Klauen aus und griff nach imaginärem Frischfleisch. Langsam, aber stetig verschmolz ich mit der neuen Daseinsform. Eigentlich war es gar nicht so schlimm, ein Untoter zu sein. Es brachte in jeden Fall eine Menge Vorteile mit sich. Man konnte mit Gleichgesinnten an der frischen Luft abhängen, war fast immer in Bewegung und verfügte über extrem viel Freizeit. Aber das Tollste war wohl, dass uns Zombies der ganze Kack, mit dem sich Lebende herumschlagen mussten, auf einmal scheißegal war. Wir benötigten keinen Überziehungskredit oder ein brandneues Smartphone, und die blöden Politessen, die konnten uns ebenfalls am fauligen Arsch lecken. Ja, das fand ich super. Ich verzog das Gesicht zu einer schlimmen Grimasse, denn es gelang mir nicht mehr, gefällig zu grinsen. Aber was zum Teufel war das? Leises Scharren auf Holz kratzte am Gewölbe meines seltsamen Traumes und ließ es zerbrechen. Grunzend schrak ich auf und schüttelte benommen den Kopf. Wie ein Hund nach einem ausgiebigen Bad. Wo war ich? Und woher stammte dieses Geräusch? Im Halbdunkel des Zimmers ließ sich kaum etwas erkennen, nur die geschmacklose Einrichtung und der viele Müll.

Doch plötzlich schlug jemand mit der flachen Hand gegen die Tür, dann folgte ein unterirdisches Ächzen und freudloses Stöhnen. Oh nein! Das musste der neugeborene Brit-Zombie sein! Draußen, vor dem einzigen Ausgang, lauerte Mr. Robert Tucker herum, der Engländer, dem die Wohnung gehörte. Seine Nachbarin, Mrs. Santiago, hatte ihn tags zuvor gebissen und nun war er zum Untoten mutiert. Während ich friedlich schlief! Entsetzlich, wie schnell der Mann dem Zombiebiss erlegen war. Offensichtlich reichte ein winziger Kratzer aus, um früher als früh zu sterben. Ich schrak vollends auf und zuckte bei jedem weiteren Scharren zusammen. Hoffentlich hielt die Tür, was sie nicht versprach, denn wahrscheinlich war sie aus dem gleichen dünnen Holz gefertigt, wie die in unserem Hotel.

Hektisch rieb ich mir den Sand aus den Augen. Die Vorstellung, als Stinker in S'Arenal herumzulaufen, wirkte geradezu abartig. Von nun an würde ich mich noch mehr vor diesen Dingern in acht nehmen! Zum Glück war ich nicht der dumme Sohn meiner Eltern. Der hätte arglos in der Wohnung eines zukünftigen Zombies genächtigt, ohne jede Absicherung …

Erleichtert blickte ich auf das schwere Sofa, das ich vor Stunden als Schutz vor die Tür gewuchtet hatte. Es vermittelte den Eindruck, als könne es halten. Zumindest, solange keine Kompanie Untoter dagegen drückte. Andererseits, was bedeutete diese Barriere schon? Schließlich saß ich gleichzeitig in der Falle. War ich vielleicht doch der dumme Sohn?

Fahrig strich ich mir durch die fettigen Haare. Sie mussten dringend gewaschen werden! Ein Königreich für einen guten Plan, Harro! Denk nach. Du willst keinesfalls als Zombiefutter enden. Doch aus dem Fenster gab es kein Entkommen, denn die Wohnung lag zu hoch. Heilige Scheiße! Meine Gedanken folgten wirren Pfaden und schienen sich zu verknoten, während es draußen weiter scharrte und kratzte. So ging das nun schon minutenlang. Der Stinker wusste genau, wo das Frischfleisch lagerte. Sicher hatte er heute noch nichts gegessen und mich als Frühstück auserkoren. Momentan rüttelte er an der Klinke der Tür, die er am Abend zuvor verschlossen hatte – wohl um nicht von seinem unerwarteten Übernachtungsgast bestohlen zu werden. Während ich grübelte und grübelte, wurde es draußen heller, und das Ausmaß der Verwahrlosung im Wohnzimmer immer deutlicher ...